Mittwoch, 01. Dezember 2021
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Chronik der Freiwilligen Feuerwehr Hüttenberg

Zu allen Zeiten haben sich die Menschen in Stunden der Gefahr zusammengetan, um gemeinsam Schwierigkeiten und Notsituationen bewältigen zu können. Gerade im dörflichen Leben ist das Gemeinschaftsgefühl schon seit frühesten Zeiten stark ausgeprägt. „Gemeinnutz geht vor Eigennutz“ ist hier kein leeres Schlagwort. Diese Worte werden erfüllt durch ein tiefes Gefühl der Zusammengehörigkeit und des Gemeinschaftssinns. Gegenseitige nachbarschaftliche Hilfe ist für die meisten Dorfbewohner heute noch selbstverständlich und eines der ungeschriebenen Gesetze unserer Gesellschaft.

In früheren Jahrhunderten bestand in jedem Dorf eine Pflichtfeuerwehr. Jedes männliche Gemeindemitglied konnte, vom 18. bis zum 40. Lebensjahr, zum Dienst in der Pflichtfeuerwehr herangezogen werden. Wie man beim Durchblättern alter Gemeindeakten lesen kann, wurden die Feuerwehrleute damals durch die Kirchenglocken

oder Feuerläufer alarmiert. Telefone oder Sirenen gab es in jenen Zeiten natürlich noch nicht. Die Wehrmänner der einzelnen Ortschaften fuhren damals mit der Feuerspritze, einer „lebendigen Pferdestärke“ davor gespannt, sowie Eimern und wenigen anderen Gerätschaften auf einem Pferdewagen zur Brandstelle. Die Hochelheimer Feuerwehr war damals zu Einsätzen bis nach Butzbach oder Wetzlar unterwegs. Hier zwei Auszüge aus den Akten vergangener Jahrhunderte, die auf dem Speicher des 1964 abgerissenen Hochelheimer Spritzenhauses gefunden wurden: „Bei der Ausfahrt der Feuerspritze am 1. Januar 1824 zur Brandstätte nach Brandoberndorf haben wir Unterschriebenen die Feuerspritze begleitenden Feuerwehrleute für unsere notdürftige Zehrung zu erhalten per Mann 6 Kreuzer / für 20 Mann = 2 Gulden 10 Kreuzer. Für die Spritzmeister per Mann 24 Kreuzer = 48 Kreuzer und den die Spritze mit begleitenden Ortsschöffen Zörb 30 Kreuzer. Summa 3 Gulden 18 Kreuzer. Zörb, Ortsschöffe /Anton Althen, Johannes Engel, Spritzmeister. Am 12. November 1824 lesen wir: „Der Rechner Eckhardt wird hiermit angewiesen, für angekauften Thran, Unschlitt und Provencer Oel zur Unterhaltung der Feuerspritze und Schläuche die Summe von 1 Gulden 38 Kreuzer auszuzahlen“.

So ließen sich diese Auszüge noch weiter fortsetzen. Damals gab es noch keine Wasserleitungen. Das Wasser musste zur Brandbekämpfung aus umliegenden Brunnen oder Bächen durch Eimerketten zur Brandstelle herangeführt werden. Dann wurden Handspritzen, erst später Saug- und Druckspritzen eingesetzt. Meistens nahmen die Brände größere Ausmaße an, sodass die Feuerwehrmänner oft ein bis zwei Tage im Einsatz bleiben mussten. Da man auch im damaligen Hochelheim und Hörnsheim bis zum Jahre 1929 keine Wasserleitungen hatte, wurden die Löscharbeiten im Falle eines Brandes stark erschwert.

Leiter der ersten Hochelheimer Feuerwehr war, nach seiner Bestätigung durch Landrat und Ortsvorsteher, der Schmiedemeister Anton Viehmann. Er übte dieses verantwortungsvolle Amt von der Jahrhundertwende bis zum Jahre 1927 aus. Im März 1927 wurde Johannes Reitz zum Brandmeister berufen. Er sorgte in der Folgezeit für eine bessere Ausrüstung der Wehr und versuchte, die Leistungsfähigkeit durch vermehrte Übungen zu steigern. Der Brandschutz wurde, auch durch die inzwischen gebaute Wasserleitung, immer besser. Johannes Reitz, dessen Beruf Wagnermeister war, baute, zur technischen Vervollkommnung, einen Hydrantenwagen.

Der größte Nachteil der Pflichtfeuerwehr war der dauernde Wechsel in der Zusammensetzung der Löschmannschaften. Daher berief Vorsteher Johannes Jung, nach einem Vorschlag des Leiters der Pflichtfeuerwehr, eine Versammlung zur Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr ein. Mitgliedsbuch Franz InnenseZur eigentlichen Gründung kam es jedoch erst ein Jahr später. In der Niederschrift über die Gründungsversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Hochelheim am 17. März 1934 heißt es:„Nachdem vor einem Jahr (im März 1933) in Anwesenheit des damaligen Kreisbrandmeisters Vogels, Wetzlar, schon einmal eine  Wehr für den hiesigen Ort gegründet worden war, im Mai 1933 aber von der damaligen Gemeindevertretung abgelehnt wurde, sodass die ganze Sache wieder im Sand verlief, obwohl die Uniformen schon bestellt waren, rief auf Veranlassung der Kreisleitung der Ortsbürgermeister Zörb nochmals zur Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr auf“.

Die Versammlung  fand in der Gastwirtschaft Friedrich Jung statt. Dabei waren etwa 30 Personen anwesend. Nachdem sich 20 Männer für einen Beitritt ausgesprochen hatten, wurde die Wehr von Kreisfeuerwehrführer Riegel als gegründet erklärt. Auf den Vorschlag von Bürgermeister Zörb wählte man Johannes Reitz zum Leiter der Wehr.

Die Gründungsniederschrift nennt 32 Gründer namentlich:

 

Johannes Reitz Heinrich Birkenstock Heinrich Faber
Friedrich Birkenstock Philipp Eckhardt Friedrich Weber
Johannes Engel Karl Engel Albert Weber
Wilhelm Hepp Friedrich Engel Karl Weber I.
Hermann Jung Karl Jung Karl Weber II.
Josef Heppert Albert Jung Karl Schreier
Otto Zörb I. Wilhelm Jung Heinrich Best
Otto Zörb II. Otto Weber Wilhelm Heppding
Johannes Faber Karl Zörb Wilhelm Martin
Karl Faber Heinrich Viehmann Karl Jung
Kurt Dorn Friedrich Mack  

Nun wurde fleißig geübt,  jeder stellte sich gerne und freudig in den Dienst der guten Sache. Das Schönste und Erfreulichste war, so kann man in den Protokollen lesen, dass von Anbeginn eine sehr gute Kameradschaft herrschte. Im Gründungsjahr wurde die Wehr für 1410 Reichsmark (RM) vollkommen eingekleidet. Der Vorstand besuchte 1934 erstmals einen Kreisfeuerwehrtag, der in Niederbiel stattfand. In einer Niederschrift über die Versammlung am 20. Oktober 1934 heißt es unter Punkt 2: Um finanziell schwach gestellte Kameraden nicht zu sehr zu belasten, wird, auf Wunsch des Brandmeisters, ein monatlicher Beitrag von 0,15 RM festgesetzt. Bemerkenswert ist, dass schon 1934/35 ein Haushaltsvoranschlag aufgestellt wurde. Der Kassenbestand betrug 45,95 RM und wurde sogar zinsbringend angelegt. Als 1. Hornist wird Karl Zörb im Protokoll genannt.

Eine weitere Verbesserung der technischen Ausrüstung erfolgte 1939 durch die Anschaffung von einer 800-Liter-Motorspritze, 150 Meter B- und 200 Meter C-Schläuchen. Angesichts dieser Unterstützung durch Gemeinde und  Kreisverband setzten die Feuerwehrleute alles daran, um einen hohen Ausbildungsstand zu erreichen. Der Kreisverband nahm dies zufrieden zur Kenntnis und die Mitgliederzahl erhöhte sich in den ersten fünf Jahren ständig.

Dann kam der zweite Weltkrieg. Viele Kameraden wurden eingezogen. Aus der Freiwilligen Feuerwehr wurde, laut dem Feuerlöschgesetz, wieder eine Pflichtfeuerwehr, in die später auch die HJ - Löschgruppen eingereiht wurden. Während und nach dem Krieg erfolgten Einsätze in Frankfurt, Gießen, Wetzlar und Vollnkirchen, wo viele Gebäude durch Brand- und Sprengbomben vernichtet worden waren. Nach dem Krieg, am 28. November 1945, formierte sich die Wehr wieder neu und man wählte Ewald Jung zum Brandmeister. Dessen Verdienst ist es, dass er, von alten Kameraden unterstützt, in diesen schweren Zeiten wieder eine einsatzbereite Truppe zusammenstellte. Oft musste man die angesetzten Löschübungen damals, wegen der Benzinknappheit, in theoretischer Form abhalten.

Wie wichtig eine immer einsatzbereite Feuerwehr ist, zeigt sich beispielsweise 1947: Am 10. März um 14.00 Uhr wurde die Wehr alarmiert, da eine durch die rascheHochwasser 1947 Schneeschmelze verursachte Hochwasserkatastrophe größten Ausmaßes zu befürchten war. Die tief gelegenen Häuser der „Rindsgasse“ und „Eichgasse“ waren gefährdet. Das Vieh der Landwirte Anton Viehmann und Friedrich Engel musste aus den Ställen gebracht und im übrigen Dorf verteilt werden. Die beiden Straßen waren bis zum „Steinberg“ so stark überschwemmt, dass der Verkehr umgeleitet werden musste. Viele der Kameraden holten sich bei ihrem Einsatz in dem eiskalten Schneewasser schlimme Erkältungen. Ähnliche Hochwassereinsätze folgten in den Jahren 1963, 1968, 1981 und 1984. Durch die außergewöhnliche Trockenheit im Sommer 1947 entstanden mehrere Waldbrände, der gefährlichste am 13. September in der Nähe  des Strauchhofes bei Dornholzhausen. In den frühen Nachtstunden des 5. Juli 1950 schlug ein Blitz in die Scheune des Schreiners Friedrich Viehmann ein und entzündete sofort die Holz- und Strohvorräte. Die Wehr musste sich, in Zusammenarbeit mit den Kameraden aus dem damaligen Hörnsheim, auf den Schutz der Nachbargebäude beschränken.

Auf Wunsch von Ortsbrandmeister Ewald Jung übernahm Johannes Reitz 1951 wieder die Leitung der Freiwilligen Feuerwehr Hochelheim. Im Juni 1952 und im August 1955 mussten Großbrände der „Kunstmühle“ und des Gehöfts Anna Zörb – ebenfalls gemeinsam mit der Hörnsheimer Wehr – bekämpft werden. 1954 konnte der Stadt Wetzlar das erste Feuerwehrauto abgekauft werden. Es war ein altes, ausgedientes Vehikel, an dem der Wagenführer Schwerstarbeit verrichten musste, um es auf der Straße zu halten. Trotzdem wurde es von einigen Experten aus der Wehr generalüberholt, neu gespritzt, mit einigen Kniffen durch die technische Abnahme gebracht und mit dem Namen „Christel“ getauft. Es war kaum zu glauben, welchen Einfluss dieses Auto auf die Übungsfreudigkeit der hauptsächlich jungen Wehrmänner bis in das Jahr 1964 hatte. Sehr lustig war der Abgang der „Christel“. Das zum zweiten Mal ausgediente Feuerwehrauto war nur noch Schrott wert und, um sich eine mühsame Demontage zu ersparen, hatte man eine ungewöhnliche Idee: Das Löschfahrzeug wurde an den höchsten Rand des Steinbruchs „Pfingstberg“ gebracht. Nachdem ein Gang eingelegt war, tuckerte das erste Feuerwehrauto von Hochelheim allein an den Rand des Bruches, stürzte mit ohrenbetäubendem Lärm den acht bis zehn Meter tiefen Abgrund hinunter

....und fuhr weiter!

Am 26. Oktober 1958 wurde in einer außerordentlichen Generalversammlung beschlossen, das 25jährige Jubiläum der Wehr festlich zu feiern und sich bei dem Kreisverband gleichzeitig um den Kreisverbandstag zu bewerben. Die Festtage vom 4. bis 6. Juli 1959 gehören zu den Höhepunkten in der Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Hüttenberg. An dem Festzug am Sonntag beteiligten sich, neben den Festdamen und örtlichen Vereinen, insgesamt 1200 Feuerwehrleute aus dem Kreise Wetzlar. Als Festkapelle spielte die Freiwillige Feuerwehr Butzbach. Nach der Brandmeistertagung des Kreisverbandes konnten Gäste aus dem Landratsamt, von der Regierung in Wiesbaden, Bundestagsabgeordnete, Offiziere der amerikanischen Armee und Kommunalpolitiker aus der französischen Stadt Nimes eine gelungene Großübung der Wehren des Hüttenberger Landes beobachten, die von der Freiwilligen Feuerwehr Wetzlar eingeleitet wurde. Im gleichen Jahr wurde Heinrich Albach zum Ortsbrandmeister gewählt.

1962 wurde in Eigenhilfe die alte Omnibushalle im oberen Teil des Dorfes abgerissen und auf ihren Grundmauern ein neues Gerätehaus errichtet, das 1964 bezogen werden konnte. Die Wehr überließ der Gemeinde in jenem Jahr 3000 DM zum Ankauf eines neuen Feuerwehrautos, einem LF8 mit Tragkraftspritze. Am 20. April wurde ein Stück Hochelheimer Geschichte, die alte Giese-Mühle, im Beisein sehr vieler Wehrmänner abgebrannt. Zum  Entzünden hatte man den Wohnungsteil mit Altpapier und  allen möglichen brennbaren Materialien gefüllt und in Brand gesteckt. Hunderte von Schaulustigen warteten mit Spannung darauf, dass das Gebäude nun bald in hellen Flammen stehen würde. Doch außer ein paar Rauchwolken des brennenden Altpapiers sah man – sehr zur Freude der Zuschauer – lange Zeit nichts. Erst als man der Mühle mit einigen brennenden Autoreifen zu Leibe rückte, gab sie ihren Widerstand auf und brannte bis auf die Fundamente nieder.

Da die Wehren aus Hochelheim und Hörnsheim bei größeren Einsätzen zusammenarbeiteten und sich im Ernstfall auch gut ergänzten, erfolgte 1969, nach dem Zusammenschluss der beiden Dörfer, auch die Fusion beider Wehren zur Freiwilligen Feuerwehr Hüttenberg. Von November 1969 bis November 1970 war Günter Schuster in Hüttenberg Ortsbrandmeister. Er wurde bei der Jahreshauptversammlung 1970 wieder durch Heinrich Albach abgelöst. 1971 gründete man eine Jugendfeuerwehr. Die Gründungsmitglieder waren Hans Ludwig Albach, Helmut Braun, Roland Hanke, Dieter Hofmann, Klaus Kummer, Friedel Mehlmann, Lothar Martin, Eckhard Römershäuser, Günter Schmidt, Horst Weber, Reinhard Weber und Ulrich Wohlrab. Unter der Leitung von Kreisjugendfeuerwehrwart Günter Schuster konnte die Gruppe 1973 in Burgsolms erstmals die Leistungsspange der Jugendfeuerwehren erringen und sogar noch mit der höchsten Punktzahl als Sieger hervorgehen.

 

40 Jahre Freiwillige FeuerwehrDie Jahre 1973 und 1974 standen ganz im Zeichen der Vorbereitungen für das Jubiläumsfest anlässlich des 40jährigen Bestehens unserer Wehr, das in der Zeit vom 29. Juni bis 1. Juli auf dem Festplatz am Hochelheimer Sportplatz durchgeführt wurde. Die Feierlichkeiten wurden durch ein Totengedenken und einen würdevollen Kommersabend eingeleitet. Am Sonntagmorgen folgte ein ökumenischer Gottesdienst. Im Saalbau Franz wurde der Kreisverbandstag des Feuerwehrverbandes Wetzlar veranstaltet. Nachmittags nahmen 85 Wagen, Fußgruppen, Spielmannszüge und Kapellen an einem großen Festzug teil. 21 Festdamen und ein Bühnenspiel der am Festzug beteiligten Musikgruppen erfreuten anschließend die Gäste unserer Feuerwehr. Auch am Montag spielte die Festkapelle, die wie 1959 von der Butzbacher Feuerwehr kam, zum Frühschoppen und Tanz auf. Folgende Gründer konnten während des Jubiläumsfestes geehrt werden: Friedrich Engel, Karl Zörb, Hermann Jung, Karl Jung, Karl Engel, Karl Weber, Otto Zörb II., Heinrich Birkenstock, Albert Jung, Wilhelm Hepp und Kurt Dorn.

Ein sehr guter Besuch und ein harmonischer Verlauf waren der Lohn, den die Feuerwehrleute und viele Helfer für ihre teilweise monatelangen intensiven Vorbereitungen und Arbeiten ernteten. Am 26. Oktober 1974 gab es im Saalbau Franz, für alle Mitglieder, Festdamen, Helferinnen und Helfer, eine gelungene Nachfeier, die später im Dorfgeschehen als „Hochzeit der Feuerwehr“ bezeichnet wurde. Im Festjahr hatte die Freiwillige Feuerwehr Hüttenberg 207 passive, aktive und jugendliche Mitglieder.

 

Im August 1975, April 1976 und Mai 1977 herrschte im heimischen Raum  eine große Trockenheit. Da nicht genügend Wasser für die Versorgung der Bevölkerung zur Verfügung stand, musste das kostbare Nass in einer Schlauchleitung von Großen Linden aus in den Hüttenberger Hochbehälter gepumpt werden. Am 26. Mai 1976 fuhren viele Mitglieder unserer Wehr mit ihren Frauen per Bus für vier Tage nach Unterwössen. Mit dieser Reise wurde der Grundstein für eine künftig etwa alle zwei Jahre stattfindende gemeinsame Fahrt der Freiwilligen Feuerwehr Hüttenberg gelegt. 1977 baute man in Eigenleistung einen Schlauchtransporter, der ideal für die Verlegung von B-Schläuchen über weite Strecken ist. In diesem Jahr bildete sich, bedingt durch die kommunale Gebietsreform, die Großgemeinde Hüttenberg mit den Ortsteilen Reiskirchen, Vollnkirchen, Volpertshausen, Weidenhausen, Rechtenbach und Hüttenberg. Dadurch musste auch das Feuerwehrwesen neu organisiert werden. Am 25. März 1978 wurde ein Wehrführerausschuss gebildet, der die Belange aller Ortsteilwehren besprechen und gegenüber der Gemeindeverwaltung vertreten sollte. Dabei wählte die Vollversammlung aller Feuerwehrleute in Volpertshausen Karl Petry aus Weidenhausen zum Ortsbrandmeister und den Hüttenberger Wehrführer Heinrich Albach zu dessen Stellvertreter.

In der Zeit vom 3. bis 7. Mai 1978 reiste der Freiwillige Feuerwehr Hüttenberg ins österreichische Pertisau. Im Juli befasste sich der Vorstand erstmals mit der Anschaffung eines neuen Löschfahrzeuges, da das alte LF 8 immer größere Mängel aufwies. Zu der Jahreshauptversammlung am 21. November 1978  hatten sich dreizehn junge Frauen eingefunden, um den Antrag zur Bildung einer Damenfeuerwehr zu stellen. Es gab eine lange Debatte zu diesem Punkt. Da der Vorstand diese erfreuliche Initiative begrüßte, war schließlich auch der größte Teil der Versammlung für den Antrag.

So wurden Brigitte Böhm, Cornelia Dern, Ute Haub, Sybille Klein, Ute Lares, Sonja Meier, Petra Ohnheiser, Karin Schuchmann, Carola Weber, Martina Werner, Gabi Lotze, Margit Schmidt und Ira Werner als erste Damengruppe seit dem Bestehen unserer Wehr in die Mitgliederliste aufgenommen. In den folgenden Jahren sollte sich zeigen, dass dies ein zukunftsweisender und richtiger Schritt war.

Am 20. März 1979 wurde erstmals ein von unserem Vorstand ausgearbeiteter Plan für den „stillen Alarm“, der für kleinere Brände und Hilfeleistungen gedacht ist, getestet. Nach monatelangen intensiven Beratungen und Planungen für einen eventuellen Anbau an das Gerätehaus in der Hauptstraße kam man zu dem Entschluss, dass der Bau eines neuen zentral gelegenen Feuerwehr-Gerätehauses notwendig war. Das alte Haus „platzte aus allen Nähten“ und wurde von der zuständigen Behörde nicht mehr abgenommen. So stellte der Vorstand bei der Gemeindeverwaltung am 24. März den ersten offiziellen Antrag zum Bau einer neuen Unterkunft für die Hüttenberger Feuerwehr. 1979 erhielten alle Feuerwehren der Hüttenberger Ortsteile von der Gemeinde Funkgeräte, die die Koordination bei Einsätzen und Übungen stark erleichtern. Am 14. Mai 1980 starteten die Hüttenberger mit ihren Frauen wieder einmal zu einer Fahrt nach Pertisau und zwei Jahre später, in der Zeit vom 19. bis 23. Mai 1982, reiste man nach Elmau in Österreich.

Schon seit 1981 wurden von den Hüttenberger Kameradinnen und Kameraden, im Hinblick auf das Jubiläumsfest anlässlich des 50jährigen Bestehens der Wehr, viele Feuerwehrfeste im heimischen Raum besucht. In diesem Jahr entstand, nach den Plänen von Kamerad Wilfried Schweitzer, ein ca. 130 Personen fassendes Zelt, das rege für Vereinsfeiern und ähnliche Zwecke genutzt wurde. Im Februar 1981 wurde das Bochumer Bergwerksmuseum besucht.

Große Freude herrschte in unserer Wehr, als der Hüttenberger Bürgermeister Hans Schmidt das lange ersehnte neue Löschfahrzeug im Mai 1981 vor der SporthalleHochwasser 1981 übergab. Tagelang anhaltende Regenfälle führten am 10. und 11. August 1981 in Hüttenberg und vielen anderen heimischen Städten und Gemeinden zu einer Hochwasserkatastrophe schlimmsten Ausmaßes. Viele Häuser und Strassen in unserem Dorf standen unter Wasser. Am 11. August waren in Hüttenberg 165 Kameradinnen und Kameraden von 13 Wehren im Einsatz. Die Stärke der eingesetzten Hüttenberger Feuerwehrleute betrug damals 65. Unsere Wehr war zum Teil bis zum 16. August mit Aufräumungsarbeiten beschäftigt. Auch die Jugendfeuerwehr  und die Damengruppe packten bei der Hochwasserkatastrophe kräftig mit an. Ebenso stellten sich dabei zahlreiche Bürger als Helfer in den Dienst der Allgemeinheit. Am 26. September 1981 stürzte das Dach des Hüttenberger Bürgerhauses ein. Dabei wurden  glücklicherweise keine Menschen verletzt. In vielen freiwilligen Arbeitsstunden bauten einige Kameraden das alte Löschfahrzeug zu einem Mannschaftstransporter um. Im September 1982 mussten alle Ortsteilwehren zu einem großen Waldbrand nach Vollnkirchen ausrücken.

Bei der Jahreshauptversammlung am 16. November 1982 wurde Mathias Wilhelm zum neuen Wehrführer gewählt. Heinrich Albach, der unsere Wehr mehr als zwei Jahrzehnte lang  erfolgreich leitete und in positiver Weise prägte, hatte das Amt aus gesundheitlichen Gründen zur Verfügung gestellt. Die Anwesenden ernannten ihn, aufgrund seiner großen Verdienste, zum Ehrenvorsitzenden. Ebenso wurde dem lange Jahre als Kassierer tätigen Wilhelm Zörb die Ehrenmitgliedschaft zuerkannt.

1983 liefen die Festvorbereitungen schon auf „vollen Touren“. Am 18. September veranstaltete unsere Wehr erstmals einen Feuerwehrtag, der zu einem großen Erfolg werden sollte und seitdem alle zwei Jahre durchgeführt wird. Morgens gab es dabei eine gemeinsame große Schauübung mit dem Schnelleinsatzzug des Deutschen Roten Kreuzes Hüttenberg, die viele Bürger als Zuschauer in die Brückenstrasse rief. Nachmittags wurden Handfeuerlöscher vorgeführt, die Fahrzeuge und Geräte ausgestellt, ein Ballonflugwettbewerb für Kinder durchgeführt und Übungen der Jugendgruppen gezeigt. Das anschließende gemütliche Beisammensein in unserem Zelt wurde zu einem kleinen Volksfest. Bei der Jahreshauptversammlung 1983 gründete man eine Altersabteilung und beschloss eine neue Vereinssatzung. Wehrführer Mathias Wilhelm stellte sein Amt an diesem Tag zur Verfügung, da er aus beruflichen Gründen umziehen wollte. Zu seinem Nachfolger wurde Friedel Mehlmann und als dessen Stellvertreter Dieter Dern gewählt.

Nicht ganz so schlimm wie 1981 war für Hüttenberg am 7. Februar 1984 eine erneute Hochwasserkatastrophe, deren Auswirkungen dieses Mal von den Aktiven unserer Wehr alleine bewältigt werden konnten. Allerdings musste am 8. und 9. Februar noch nach Wetzlar ausgerückt werden, wo das Hochwasser enorme Schäden angerichtet hatte. Das Jahr 1984 stand ganz im Zeichen des bevorstehenden Jubiläumsfestes anlässlich des 50jährigen Bestehens der Freiwilligen Feuerwehr Hüttenberg, das in der Zeit vom 29. Juni bis 2. Juli auf dem Hochelheimer Festplatz durchgeführt wurde. Die Festtage wurden am Freitag durch einen Beatabend mit „Penny Lane“ und der „Sunshine Company“ eingeleitet. Am Samstag  fanden eine Totenehrung am Ehrenmal des alten Friedhofes in Hochelheim und eine Kranzniederlegung am Ehrenmal vor der Hörnsheimer Kirche statt. Anschließend begann der Kommersabend im Festzelt, zu dem sich viele Ehrengäste, Politiker, Vereine und Feuerwehrleute eingefunden hatten. Schirmherr des Festes war der Hüttenberger Arzt Dr. Erhard Voigt. An dem Kommers wirkten der Harmonikaclub, die Frauenchöre „Harmonie“ und Hochelheim, die Gesangvereine „Eintracht“ und „Frohsinn“, die Festdamen und die Festkapelle „Goldbacher Musikanten“ mit. Dabei konnten auch Gründungsmitglieder begrüßt und zahlreiche Ehrungen durchgeführt werden. Am Sonntag wurde zu einer Fahrzeug- und Geräteschau geladen und nachmittags zog sich bei herrlichem Wetter ein bunter Festzug mit 73 Vereinen, Kapellen, Spielmannszügen und Wagen durch die geschmückten Straßen. Danach waren im Festzelt ein Bühnenspiel und Tänze der Festdamen zu sehen. Montags klang das Jubiläumsfest, dessen schöner Verlauf sicherlich noch lange in unserer Erinnerung bleiben wird, mit einem zünftigen Frühschoppen aus.

 

Bau geraetehausDie Bauarbeiten für das neue Gerätehaus in der Brückenstraße begannen am 22. Oktober mit dem 1. Spatenstich. Ein neuer Schlauchanhänger musste angeschafft werden. Das Richtfest für das Gerätehaus wurde am 3. Mai 1985 zünftig begangen. Dazu waren viele Mitglieder, Handwerker und Ehrengäste erschienen. Am 16. Juni stand eine Tagesfahrt zum Feuerwehrmuseum Fulda und auf die Wasserkuppe auf dem Programm. Das neue Feuerwehr-Gerätehaus konnte am 14. September eingeweiht werden. Damit ging ein lange gehegter Wunsch in Erfüllung.  Dazu waren Landrat Gerhard Bökel, Bürgermeister Hans Schmidt, Kreisbrandinspektor Siegfried Hermann, der Vorsitzende des Feuerwehrverbandes Wetzlar, Werner Opitz, Ortsbrandmeister Karl Petry und viele weitere Ehrengäste erschienen. Das Gebäude kostete rund 930.000 DM, von denen 300.000 DM vom Land Hessen und 85.100 DM vom Lahn-Dill-Kreis übernommen wurden. Unsere Mitglieder haben in etwa 2200 freiwilligen Arbeitsstunden in vorbildlicher Weise gezeigt, dass ein Verein auch helfen kann, wenn es darum geht, die Baukosten für eine Gemeinde zu senken. Dafür waren von allen Rednern bei der Einweihungsfeier lobende Worte zu hören. Am Tag darauf war die Bevölkerung zu einem „Tag der offenen Tür“ geladen. Dabei konnten sich die Besucher das neue Gebäude und eine Schauübung der Einsatzabteilung ansehen. Nachmittags stellte die Jugendfeuerwehr ihr Können unter Beweis. Dazu gab es Feuerlöscher-Vorführungen, einen Ballon-Weitflug-Wettbewerb und Spiele für die Kinder.

 

Am 27. Januar wurden von der Gemeinde zwei neue Handsprechfunkgeräte und am 24. Mai zehn Funkalarmempfänger überreicht. Im Dezember übergab Landrat Gerhard Bökel ein neues Löschfahrzeug (LF 16 TS). Es war eine Ersatzbeschaffung für unser Katastrophenschutzfahrzeug. Am 20. Januar 1986 musste zu einem Großbrand  zum Inselhof ausgerückt werden, bei dem die Stallungen und Scheune brannten. In der Zeit vom 7. bis 11. Mai fuhren 50 Personen gemeinsam in den Schwarzwald. Bei der Reise wurden Fahrten in die Schweiz, zum Rheinfall nach Schaffhausen und auf die Insel Mainau unternommen. Das 15jährige Bestehen der Hüttenberger Jugendfeuerwehr wurde am 25. Oktober im Bürgerhaus gefeiert.

 

Am 2. und  3. Januar 1987 gab es im Gerätehaus erstmals ein Schlachtfest der Freiwilligen Feuerwehr Hüttenberg, das sich jetzt regelmäßig einer großen Beteiligung erfreut und zu einer kleinen Tradition geworden ist. Am 7. März wurde ein VW-Bus mit Anhänger offiziell seiner Bestimmung übergeben. Der Bus war gebraucht von der Polizei gekauft und von den Aktiven in über 430 Arbeitsstunden wieder in einen hervorragenden Zustand versetzt worden. Am 8. Mai wurde das alte LF8 der Fa. Pfeiffer in Wetzlar übergeben, und am 23. Mai führte eine Tagesfahrt nach Frankfurt und Sachsenhausen. Die Gemeinde schaffte 1987 ein Funkgerät für den VW-Bus und einen 3000-Liter-Faltbehälter an.

Am 5. März 1988 wurde Ortsbrandmeister Karl Petry verabschiedet und Armin Rücker zu seinem Nachfolger gewählt. Als dessen Stellvertreter berief die Versammlung den Hüttenberger Wehrführer Friedel Mehlmann. In der Zeit vom 10. bis 15. Mai konnte per Bus zu einer Familienfahrt nach Mühlen gestartet werden, und am 2. Juni wurde eine Tagesfahrt zur Ausstellung „Roter Hahn“ in Hannover unternommen. In den Hüttenberger Bürgerstuben beging die Frauenfeuerwehr am 15. Oktober das zehnjährige Bestehen. Außerdem wurde das Obergeschoss des Gerätehauses in Eigenleistung ausgebaut.

Am 9. April 1989 gab es eine Tagesfahrt zum Frankfurter Flughafen und in den Hessenpark. Im Rahmen des Baus eines Tanklöschanhängers wurden 160 Stunden in Eigenleistung erbracht. Bei der Jahreshauptversammlung am 21. November 1989 beschloss man, 1994 ein Jubiläumsfest zum 60jährigen Bestehen der Wehr durchzuführen und sich zu diesem Termin für den Kreisverbandstag zu bewerben.

1990 wurde das alte feuerwehreigene Zelt ausgemustert und ein neues angeschafft. In der Zeit  vom 22. bis 27. Mai stand die lange geplante Familienfahrt nach Schladming auf dem Programm.

Am 25. August 1991 verstarb Heinrich Albach, einer der Pioniere unserer Feuerwehr, langjähriger Vorsitzender, Ortsbrandmeister und Ehrenwehrführer. Seine jahrzehntelange ehrenamtliche Tätigkeit, sein steter Einsatz für das Feuerwehrwesen und sein rühriger Charakter werden uns immer als Vorbild gelten.

Am 21. September gab es eine Tagesfahrt nach St. Goarshausen zum „Rhein in Flammen“.

Die jetzt fest in Hüttenberg stationierte Feldküche wurde am 2. Mai 1992 abgeholt. Die Freiwillige Feuerwehr Hüttenberg stellt dazu den Verpflegungstrupp. Am 26. Mai startete man zu einer Familienfahrt zum Weißensee in Kärnten. Am 20. August hatte es in der Hauptstraße bei der Hörnsheimer Kirche  eine Überschwemmung gegeben.

Ein erneuter Hochwassereinsatz war am 12. Januar 1993 im Bereich um das Evangelische Gemeindezentrum. Am 10. Juni wurde eine Tagesfahrt nach Heidelberg und in das Technikmuseum Sinsheim durchgeführt. Eine Gruppe in historischen Uniformen nahm am 18. Juni mit der alten Spritze  am Hessentag in Lich teil. Per Bus ging es am 18. September mit 50 Personen nach St. Goarshausen, um der Veranstaltung „Rhein in Flammen“ beizuwohnen. Am 17. März 1993 wurde die Brandmeldeanlage für den Bereich Sportzentrum/Bürgerhaus in Betrieb genommen. Das Richtfest für einen Gerätehausanbau, der in eigener Regie erstellt wurde, fand am 22. März statt.

Die Jahre 1993 und 1994 standen ganz im Zeichen des bevorstehenden Jubiläumsfestes zum 60jährigen Vereinsbestehen in der Zeit vom 1. bis 4. Juli 1994, verbunden mit dem Kreisverbandstag des Feuerwehrverbandes Wetzlar. Der Vorstand, der erweiterte Vorstand und die einzelnen Festausschüsse hatten sich viel Mühe gegeben, um die bevorstehenden Festtage zu einem besonderen Erlebnis für alle Besucher werden zu lassen. Am Freitagabend gab es ein Konzert der Kölner Popband "Purple Schulz", das zwar hochklassig war, jedoch nicht die erwartete Menge Zuschauer brachte. Das extrem heiße Wetter an diesem Wochenende sorgte dafür, das insgesamt nicht so viele Gäste nach Hüttenberg kamen, als man dachte. Am Samstagabend wurde der feierliche Festkommers mit vielen Gruppen und Vereinen durchgeführt, bei dem man ein von Schirmherr Hans Krauhausen gestiftetes Banner würdig weihte. Am Sonntag gab es vormittags die Delegiertenversammlung  des Feuerwehrverbandes Wetzlar im Bürgerhaus und nachmittags einen großen Festzug durch Hüttenberg. Abends lud man zum Tanz mit der Festkapelle ein. Und am Montag klangen die schön und harmonisch verlaufenen Festtage mit einem Frühschoppen und den Klängen der Festkapelle "Beilsteiner Blasmusik" aus.

In der Zeit vom 29. September bis 3. Oktober 1994 wurde eine Familienfahrt per Bus nach Wildschönau mit einer Fahrt nach Kaprun, einer Wanderung und einem Heimatabend durchgeführt. Im Oktober konnte die aus Eigenmitteln angeschaffte Rettungsschere erstmals erprobt werden.

Der Katastrophenschutz führte am 25. März 1995 eine Großübung an der Wetzlarer Hessenklinik durch. Dabei nutzte man das Hüttenberger Gerätehaus als "Hilfskrankenhaus" und Verpflegungsstelle für die rund 500 Helfer. Eine gebrauchte Feldküche für den Verpflegungstrupp wurde am 8. April vom Katastrophenschutz preisgünstig erworben und wieder voll funktionsfähig gemacht. In diesen Jahren begann auch der intensive Kontakt zu Kindergarten- und Schulkindern in Form von Besichtigungen im Gerätehaus und Schulungen des Verhaltens der Kinder bei eventuellen Brandfällen. Damit soll ganz früh ein Bezug zur Feuerwehr hergestellt und möglichst viel zum Schutz unserer kleinsten Mitbürger getan werden.

In der Zeit vom 14. bis 19. Mai 1996 stand eine Familienfahrt nach Flachau auf dem Programm. Von dort aus wurden eine Wanderung zu einem Berggasthof, eine Fahrt mit dem Flachauer Bummelzug, eine Tagesreise nach Berchtesgaden mit Besichtigung eines Salzbergwerkes und eine Schiffahrt auf dem Königssee unternommen. Im Juli kamen erstmals die neuen Feuerschutzanzüge zum Einsatz.

Anlässlich des 25jährigen Bestehens der Hüttenberger Jugendfeuerwehr gab es vom 19. bis 21. Juli 1996 das Verbandszeltlager mit über 300 Kindern und Jugendlichen am Gerätehaus und hinter der Sporthalle. Das Jubiläum wurde am 21. und 22. September im Evangelischen Gemeindezentrum von Hüttenberg feierlich begangen. Im Beisein zahlreicher Ehrengäste ehrte man die Gründer der Hüttenberger Jugendfeuerwehr und zeichnete Hans Braun mit der Floriansmedaille der Hessischen Jugendfeuerwehren aus. Anschließend gab es ein gemütliches Beisammensein und Tanz mit den "Blue Stars". Am Sonntag wurde eine Fahrzeugschau, ein Gottesdienst mit Pfarrer Platt, ein Mittagessen für alle Gäste und ein Kaffeetrinken veranstaltet, während die Gründer bei einer Kutschfahrt alte Erinnerungen austauschten.

Ehrenmitglied Hans Braun, einer der Männer, die die Freiwillige Feuerwehr Hüttenberg maßgeblich geprägt haben, ist am 9. Dezember 1996 verstorben.

Am 30. Dezember wurde mit den Umrüstungsarbeiten an einem gebraucht gekauften Kleinbus begonnen, der ab dem 1. April als Mannschafts-Transporter genutzt werden konnte.

Die Jugendfeuerwehr erhielt am 15. Februar 1997 neue Schutzkleidungsanzüge. Das 50jährige Bestehen des Feuerwehrverbandes Wetzlar wurde am 12. April im Beisein vieler Prominenter aus Politik und Feuerwehrwesen im Hüttenberger Bürgerhaus gefeiert. Das Zeltlager der Jugendfeuerwehren des Kreisverbandes sorgte vom 6. bis 8. Juni 1997 in Hüttenberg mit 311 Kindern und Jugendlichen für einen erneuten Teilnehmerrekord.

Am 7. März 1998 wurde unser Wehrführer Friedel Mehlmann zum Ortsbrandmeister aller Hüttenberger Feuerwehren gewählt. In der Zeit vom 19. bis 24. Mai war ein Bus zu einer Familienfahrt nach Gaschurn unterwegs. Dort gab es eine Dorfführung, die traditionelle Wanderung und eine Fahrt nach Bregenz.  Nach langen Jahren gab es 1998 in Hüttenberg wieder einen Kirmesumzug, den die Feuerwehr jedes Jahr begleitet. Während der Jahreshauptversammlung 1998 wurde Manfred Adam zum neuen Hüttenberger Wehrführer gewählt.

Um die Daten der Mitgliederkartei zu erweitern und auf einen aktuellen Stand zu bringen, wurde ab dem 8. Januar 1999 eine Aktion mit 490 Fragebogen durchgeführt. Neu im Vereinsleben ist seit dem Jahr 1999 die Durchführung einer Kartmeisterschaft auf der Kartbahn in Sinn. Vor den Hüttenberger Bürgerstuben wurde durch unsere Wehr ein kleines Infohäuschen errichtet, in dem alle Vereine ihre größeren Veranstaltungen bekannt geben können. Am 29. April erfolgte in Erda die Übergabe des neuen Löschfahrzeuges LF 16 TS an die Hüttenberger Wehr. Außerdem gab es am 26. September eine neue Tragkraftspritze. Die Hüttenberger Feuerwehr ist seit dem 22. Dezember 1999 über die Seite der Großgemeinde Hüttenberg im Internet präsent und hat seit Ende 2006 auch eine eigene Homepage.

20 Hüttenberger Feuerwehrleute hatten sich für den Jahrtausendwechsel am 31. Dezember 1999 zu einem freiwilligen Bereitschaftsdienst bereit erklärt. In dieser Nacht wurde überall kräftig gefeiert, in Hüttenberg gab es jedoch keinen Alarm. Am 22. Februar 2000 verstarb der letzte noch lebende Gründer unserer Wehr, Otto Zörb, im Alter von 87 Jahren. Einer der Höhepunkte des Jahres war in der Zeit vom 31. Mai bis 4. Juni die Familienfahrt nach Windischgarsten in Österreich. Dort gab es eine Bergwanderung, eine Tagesfahrt zum Dachstein mit der Rieseneishöhle und nach Hallein am Hallstädter See. Erstmals in der Feuerwehrgeschichte Hüttenbergs wurde am 9. September ein Bayrischer Abend mit über 100 Gästen in einem Zelt hinter dem Gerätehaus veranstaltet.

Am 1. April 2001 erfolgte die offizielle Übergabe eines neuen Mehrzweckanhängers und von Schutzanzügen durch Bürgermeister Dr. Manfred Schmitt. Am 19. und 20. Mai war die Hüttenberger Feuerwehr erstmals mit einem Bayrischen Zelt auf dem Hüttenberger Maimarkt des Handels- und Gewerbevereins vertreten und hatte dabei viele Gäste zu bewirten. Ortsbrandmeister Friedel Mehlmann wurde 2001 zum stellvertretenden Vorsitzenden des Feuerwehrverbandes Wetzlar gewählt. Neu im Programm unserer Wehr ist die Teilnahme an dem 2001 erstmals durchgeführten Waldtag der Großgemeinde Hüttenberg, wo der Verpflegungstrupp für die Besucher kocht und die Aktiven am Brandsicherheits-Wachdienst beteiligt sind.

Rund 600 Zuschauer erlebten am 30. November in der Hüttenberger Sporthalle eine vierstündige Benefiz-Musik- und Sportgala mit vielen Höhepunkten. Der Reinerlös in Höhe von 9.500 DM der von unserer Wehr organisierten Veranstaltung ging an die Hinterbliebenen der bei dem Anschlag auf das World Trade Center in New York umgekommenen Feuerwehrleute.

In der Zeit vom 8. bis 12. Mai 2002 waren 51 Mitglieder im sonnigen Zillertal. Dort standen eine alpine Wanderung, Besichtigungen von einer Speckstube und einer Sennerei, eine Tagesfahrt zu den Swarowski Kristallwerken, der Olympiastadt Innsbruck und eine Fahrt mit der Dampf-Zahnradbahn zum Achensee auf dem Programm. Am 8. und 9. Juni waren Delegationen bei den Festveranstaltungen zum 25jährigen Bestehen der Großgemeinde Hüttenberg. Rund 70 Einsatzkräfte mit 12 Fahrzeugen nahmen am 29. September an der Sternfahrt "25 Jahre Feuerwehren der Gemeinde Hüttenberg" teil und informierten in allen Ortsteilen über den Brandschutz im Haushalt. Erstmals gab es in diesem Jahr auch eine gemeinsame Übung der Feuerwehren Langgöns und Hüttenberg, die inzwischen  jedes Jahr stattfindet.

Am 20. Januar 2003 wurde die Freiwillige Feuerwehr Hüttenberg in das Vereinsregister des Amtsgerichtes Wetzlar eingetragen. Anfang des Jahres wurden neue Einsatzanzüge in Dienst gestellt. Die Feuerwehr hat diese aus Eigenmitteln für über 6.000 Euro angeschafft und damit die Schutzkleidung für jedes Mitglied der Einsatzabteilung vervollständigt. Am 18. Oktober wurde im Hüttenberger Bürgerhaus das 25jährige Bestehen der Frauenfeuerwehr Hüttenberg gefeiert. Nach dem offiziellen Teil spielte "S´Kapellche" zum Tanz auf und sorgte für vergnügliche Stunden.

 

Übergabe Gerätewagen LogistikBei der Jahreshauptversammlung 2003 wurde ein Beschluss zur Anschaffung eines GW-Logistik gefasst. Das Fahrzeug, für das der Verein unserer Wehr 40.000 Euro aus eigenen Mitteln bezahlt hat, wurde am 17. April 2004 durch Innenminister Volker Bouffier übergeben. In der Zeit vom 19. bis 23. Mai 2004 stand eine Familienfahrt auf dem Programm, die nach Längenfeld im Ötztal führte. Dort gab es eine Wanderung zum Stuibenfall und eine Fahrt nach Innsbruck. Unter Beteiligung von vielen Ehrengästen und Innenminister Bouffier wurde am 10. Juli das neue Löschfahrzeug LF 10/6 an die Hüttenberger Feuerwehr übergeben.

 

Ein Fernsehteam von Feuerwehr TV, einem Fernsehmagazin rund um die Hessische Feuerwehr, drehte im Februar 2005 einen Technikbeitrag über unser Einsatzfahrzeug LF 10/6. Der Film war am 18. März in der ersten Sendung des digitalen Programms zu sehen. Das Hessische Innenministerium und der Landesfeuerwehrverband Hessen zeichneten am 21. März die Hüttenberger Firmen Früchte-Viehmann und Heizungsbau Seidel mit dem Titel "Partner der Feuerwehr" aus. Am 21. und 22. Mai war unsere Wehr wieder mit einem Bayrischen Bierzelt auf dem Maimarkt des Handels- und Gewerbevereins Hüttenberg vertreten. Viele Gäste kamen zu uns und erlebten als Höhepunkte Auftritte der "Hüttenberger Maderln" und eine Trachtenmodenschau. Ebenfalls wurde sich am 26. Juni wieder an dem Waldtag der Großgemeinde Hüttenberg mit einem Infozelt und der Sicherung des Brandschutzes beteiligt. Rund 600 Besucher kamen am 10. Juli zu unserem Feuerwehrtag mit Gottesdienst, Schauübungen, Mittagessen aus der Feldküche, einem Platzkonzert des Musikzuges der Holzheimer Feuerwehr, Formel 1 auf einer Großbildleinwand, Backhauskuchen, Kinderspielen und vielem mehr. Neben einigen Bränden und vielen kleineren Einsätzen musste im Jahr 2005 auch zu zwei schlimmen Verkehrsunfällen ausgerückt werden, bei denen mehrere Personen schwer verletzt und eingeklemmt aus ihren Fahrzeugen geborgen wurden.

 

Am 2. Mai 2006 war der Baubeginn und am 15. Mai der offizielle Spatenstich für die lange geplante Erweiterung des Hüttenberger Feuerwehrgebäudes. Friedel Unwetter 2006 in OberscheldMehlmann wurde bei einer Versammlung des Feuerwehrverbandes Wetzlar zum Stellvertretenden Verbandsvorsitzenden gewählt. In der Zeit vom 24. bis 28. Mai genossen 51 Teilnehmer eine Mehrtages-Familienfahrt in den Bayrischen Wald. Am 18. September waren, neben den Hüttenberger Einsatzkräften, rund 2000 Helfer von Polizei, THW, Feuerwehren und Rettungsdiensten im Großraum Dillenburg tätig, wo ein ungewöhnlich heftiges Unwetter größte Schäden angerichtet hatte. Im Rahmen eines Schlachtfestes wurde am 28. Oktober die Übergabe des Gerätehaus-Anbaues mit einer neuen, zweiten Fahrzeughalle im Beisein von über 100 Ehrengästen, Mitgliedern und Besuchern gefeiert. Die Gesamtkosten für dieses Projekt beliefen sich auf rund 190.000 Euro, wovon die Hüttenberger Feuerwehr die beachtliche Summe von 20.000 Euro aus eigenen Mitteln und in Form von Eigenleistungen übernommen hat.

Zu einem Großbrand bei Buderus Wetzlar mit Millionenschaden rückte am 15. Mai 2007, neben 250 weiteren Feuerwehrleuten aus dem gesamten Kreisgebiet, auch unser GWL aus. Am 27. Mai unternahmen 50 Mitglieder eine Tagesfahrt nach Köln. Bei dem Kreis-Jugendfeuerwehr-Zeltlager in der Zeit vom 8. bis 10. Juni in Hüttenberg erlebten rund 250 Jugendliche mit ihren Betreuern drei Lagertage bei herrlichem Sommerwetter. Am 12. August musste zu einem Vollbrand des Vereinsheimes des Schäferhundevereins am Hüttenberger Rotlaub ausgerückt werden. Die Hüttenberger Feuerwehren richteten am 27. Oktober in Rechtenbach gemeinsam den Seniorennachmittag des Feuerwehrverbandes Wetzlar aus.

Die Mehrtagesfahrt 2008 der Hüttenberger Feuerwehr führte in der Zeit vom 21. bis 25. Mai 50 Teilnehmer nach Roggosen in der Lausitz, Dresden und in die Bundeshauptstadt Berlin. Ein Großalarm in allen Ortsteilen wurde am 30. Mai wegen einem starken Gewitterregen ausgelöst. Über 85 Einsatzkräfte mit 14 Fahrzeugen mussten enorme Wassermassen in Kellern beseitigen und waren in stark überfluteten Straßen tätig. Das Jahr 2008 wurde bereits stark von den Vorbereitungen für das Jubiläumsfest zum 75jährigen Bestehen der Feuerwehr Hüttenberg in der Zeit vom 26. bis 29. Juni 2009 geprägt, das auch mit der Ausrichtung des Verbandstages des Feuerwehrverbandes Wetzlar verbunden ist. Dazu fand am 23. September auch eine außerordentliche Mitgliederversammlung statt.

Der neue Mannschafts-Transportwagen (MTW) im Wert von fast 40.000 Euro wurde am 10. Januar 2009, im Rahmen einer Feierstunde, im Beisein von Gästen aus Politik und Feuerwehrwesen durch den Hüttenberger 1. Beigeordneten Paul Hartmann offiziell an unsere Wehr übergeben.

Wenn man das mittlerweile 75 Jahre alte Protokoll der Freiwilligen Feuerwehr Hüttenberg liest, dann fällt dem Leser immer wieder das breit gefächerte Spektrum der vielfältigen Aufgaben und Arbeitsbereiche, aber auch der Gemeinsinn in unserer Wehr ins Auge. Übungen, Besuche von Fortbildungslehrgängen, Hilfeleistungen und Brandeinsätze wechseln sich im Leben unserer Feuerwehrleute ständig einander ab. Regelmäßig gibt es außerdem Nachtübungen, Unfallverhütungs-Seminare, Erste-Hilfe-Lehrgänge und gemeinsame Übungen mit den Wehren aller Hüttenberger Ortsteile. Dazu kommen immer wieder Brandwachen  bei Vereinsfeiern, Veranstaltungen im Bürgerhaus und Handballspielen in der Sporthalle, Straßensperrungen bei Festzügen, Überprüfungen von Hydranten, die Teilnahme an den Maimärkten des Gewerbevereins und an den Waldfesten der Großgemeinde, eigene Feiern und vieles mehr. Besonders erfreulich ist auch die Arbeit der Damen- und Jugendfeuerwehrgruppen, deren Mitglieder bei keiner Übung fehlen und sowohl bei Einsätzen als auch bei Feiern stets zur Stelle sind. Unsere Wehr ist stolz auf eine so große Mitgliederzahl in der Jugendfeuerwehr, durch die wir keine Nachwuchssorgen zu haben brauchen und der Brandschutz in unserer Gemeinde auch in Zukunft gewährleistet ist.

In der Freiwilligen Feuerwehr Hüttenberg wurden die Kameradschaft und der Gemeinschaftsgeist in allen Zeiten ganz groß geschrieben. Ob Jahreshauptversammlung, Tag der offenen Tür, Weihnachtsfeier oder Grillfest - bei jeder Veranstaltung zeigt sich, dass diese heutzutage leider von vielen Menschen vergessenen Ideale in unserer Wehr erhalten geblieben sind. Ein Beispiel dazu ist auch die Übung am Dienstag nach den Osterfeiertagen: Schon seit Jahrzehnten trifft man sich dann zu einem großen Eieressen und einigen kameradschaftlichen Stunden. Viele Haushalte des Ortes steuern durch Eier-, Wurst-, Speck- oder Geldspenden etwas zum Gelingen dieses Abends bei und sprechen dadurch gleichzeitig ihren Dank an die Feuerwehr mit ihren schützenden und helfenden Aufgaben aus. Dieser schöne Brauch hat sich bis heute in unserer Gemeinde erhalten und ist zu einer alten Tradition geworden. Er zeigt alljährlich das gute Verhältnis von den Bürgern zu ihrer Feuerwehr und stärkt das Zusammenleben. Die Steigerung der Mitgliederzahl von anfangs 32 im Gründungsjahr 1934 über 207 in 1974 auf erfreuliche 567 Vereinszugehörige im Jahr 2009 belegt die Anerkennung und den Beliebtheitsgrad des Vereins in unserem Dorf.

Die Chronik unserer Freiwilligen Feuerwehr stellt dar, dass sich im Laufe der 75jährigen Vereinsgeschichte vieles geändert hat. Heute sind auch die Dorffeuerwehren mit modernsten Gebäuden, Fahrzeugen und Geräten sowie alle Mitglieder der Einsatzabteilung mit einer den möglichen Gefahren im Einsatz entsprechenden Bekleidung und Sicherheitsausrüstung ausgestattet, sodass eine sehr schnelle und effektive Brandbekämpfung möglich geworden ist. Im Wandel der Jahrzehnte, in guten und in schlechten Zeiten, hat sich jedoch an der Einstellung der Hüttenberger Feuerwehrleute und an ihrem Wahlspruch „Gott zur Ehr - dem Nächsten zur Wehr“ nichts geändert. Wir hoffen und wünschen, dass sich unsere Feuerwehr auch weiterhin so positiv wie bisher entwickeln kann und den freiwilligen Dienst für die Allgemeinheit wie immer in vorbildlicher Weise tun wird.

 

Glück auf!